Satiriker, Buchautor und Podcaster Florian Scheuba spricht mit Stefan Lassnig über die seltsame Sympathie für Gauner, die Normalisierung politischer Kriminalität und die Rolle von Satire im Kampf gegen autoritäre Tendenzen. Dabei geht es um die Verwischung der Grenze zwischen Realität und Satire, juristische Angriffe auf kritischen Journalismus und die Gefahren von Desinformation und „False Balance“ in Medien. Scheuba plädiert für widerständigen Humor, mutigen Journalismus und aktive Medienkonsument:innen, um Demokratie und Rechtsstaat zu schützen.
In dieser Folge von „Ganz offen gesagt“ spricht Host Stefan Lassnig mit Satiriker, Buchautor und Podcaster Florian Scheuba, warum Kriminelle und korrupte Politiker immer wieder Sympathien genießen und wie sich Korruption in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Scheuba erklärt, warum er Donald Trump eher als Gauner denn als Entertainer sieht und wie schwer es Satire inzwischen hat, wenn die politische Realität oft absurder wirkt als jede Bühnenpointe. Anhand von Fällen wie Peter Hochegger, dem „Wo war meine Leistung?“-Satz oder dem Birnbacher-Gutachten zeigt er, wie Satire komplexe Affären auf einen einprägsamen Punkt bringen kann, den viele Menschen plötzlich verstehen. Ein zentrales Thema ist die wachsende Desinformation: autoritäre Akteure wollen weniger überzeugen, als vielmehr bewirken, dass „eh alle lügen“ und niemand mehr Wahrheit von Lüge unterscheiden kann. Scheuba kritisiert „False Balance“ in Talkshows, in denen Klimaleugner:innen wissenschaftlichen Positionen gleichgestellt werden, und betont seinen Leitsatz „Eine Lüge ist keine Meinung“. Ausführlich thematisiert er seine nicht rechtskräftige Verurteilung wegen einer Kolumne, warnt vor Einschüchterungsklagen gegen Journalist:innen und schildert, wie solche Urteile Meinungsfreiheit und Kritik an Amtsträgern massiv einschränken können. Im Gespräch geht es auch um die strukturelle „Aufrüstung“ der politischen PR gegenüber einem ökonomisch geschwächten Journalismus und um die Rolle sozialer Medien und KI bei der Aushöhlung eines gemeinsamen Wahrheitsbegriffs. Am Ende diskutieren Lassnig und Scheuba, was jede und jeder tun kann – von der Unterstützung seriöser Medien über Medienkompetenz bis zur Wertschätzung von Demokratie – und warum Humor für Scheuba eine Form von „Satire als Notwehr“ gegen Angst und Resignation ist.
Links zur Folge:
Interview von "profil" mit Florian Scheuba
Buch "Schrödingers Ente" von Florian Scheuba
Podcast "Ganz offen gesagt" über "8 Tische für die vierte Gewalt"
Podcast "Die Dunkelkammer" - Auftakt zur Serie über Peter Hochegger
Podcastempfehlung der Woche: