Ganz offen gesagt

#24 2026 Über die Radikalisierung der Karin Kneissl - mit Elisalex Henckel-Donnersmarck und Paul Koren

Episode Summary

In dieser Folge spricht Stefan Lassnig mit Elisalex Henckel-Donnersmarck und Paul Koren über ihren Podcast „Kniefall: Die Radikalisierung der Karin Kneissl“ und zeichnet Kneissls Weg von der Nahost-Expertin zur russischen Propagandistin nach. Im Mittelpunkt stehen ihre Biografie, persönliche Kränkungen und finanzielle Brüche sowie die Frage, wie russische Einflussnetze und österreichische Innenpolitik miteinander einander verwoben sind. Dabei wird sichtbar, wie sich eine individuelle Radikalisierung mit systemischen Unterwanderungsstrategien autoritärer Regime überschneidet.

Episode Notes

Elisalex Henckel-Donnersmarck erzählt, wie aus einer lang gehegten Idee der Podcast „Kniefall: Die Radikalisierung der Karin Kneissl“ wurde und warum gerade diese Biografie für sie exemplarisch für österreichische Russland-Nähe ist. Mit Host Stefan Lassnig und Journalistenkollegen Paul Koren rekonstruiert Henckel-Donnersmarck Kneissls Werdegang von der Kindheit im Nahen Osten über die ENA in Paris und frühe Kontakte zu einem mutmaßlichen KGB-Offizier bis zu ihrer Rolle als außenpolitische Expertin und Autorin. Immer wiederkehrende Motive sind Kränkung, Stolz, finanzielle Existenzsorgen und das Auseinanderklaffen von Selbst- und Fremdbild, die sich auch in Konflikten mit Institutionen und Kollegen zeigen. Detailliert diskutiert werden Kneissls Annäherung an die FPÖ, ihre Ernennung zur Außenministerin, die Rolle von Margot Klestil-Löffler und Pläne für einen russlandaffinen „Schattengeheimdienst“ im Außenministerium. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Jahr 2018 – von der BVT-Razzia über den Nowitschok-Anschlag, Putins Wien-Besuch und den verlängerten Gasvertrag bis zur Hochzeit in Gamlitz, bei der der berühmte Kniefall stattfand. Nach Ibiza, Amtsverlust und Pandemie verschärfen sich Kneissls persönliche Krisen, während die attraktivsten Angebote zunehmend aus dem russischen Umfeld kommen – von RT über Universitäten bis zur Gründung des Instituts GORKI in Russland. Heute tritt sie in zentralen russischen Propagandasendungen auf, zeichnet Europa als „lawless space“ und bestätigt das Kreml-Narrativ eines vom Westen bedrohten Russland, was die Autor:innen als Teil koordinierter Einflussoperationen („active measures“) deuten. 

Links zur Folge:

Kniefall - die Radikalisierung der Karin Kneissl

Podcastempfehlung der Woche:

Zwarakonferenz von LAOLA1